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Minze pflanzen, pflegen, ernten - 6 Tipps

Minze im Hochbeet
Minze im Hochbeet
Quelle: © garten-heimat.de
November 10, 2022
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von
Nelly Frank
Minze ist ein anfängerfreundliches Küchenkraut, das ohne viel Engagement prächtig gedeiht. Wir zeigen Ihnen in 6 Schritten, wie Sie Minze pflanzen und pflegen.

Tipp 1: Der richtige Standort für Minze

Schon die Römer schätzten die Minze (Mentha) als Heil- und Gewürzkraut. Die aromatischen Blätter galten als erfrischend und heilend. Sie fand bei Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden Verwendung. Bis heute hat das Kraut an seiner Beliebtheit nichts eingebüßt. Die robusten Pflanzen wachsen und gedeihen – auch wenn Sie ihr wenig Aufmerksamkeit schenken.

In freier Natur wächst Mentha an Flussufern und feuchten Wiesen. Im Garten oder auf dem Balkon bevorzugt sie einen halbschattigen Standort mit einer tiefgründigen, humosen und nährstoffreichen Erde. Aber auch unter schlechteren Bedingungen gedeiht das Kraut noch prächtig. Lediglich zu schwere Böden sollten Sie mit etwas Kompost auflockern.

Pflanzen Sie Minze in Mischkultur neben Salat, Kerbel, Kohl, Tomaten oder Waldmeister. Hier fühlt sie wohl und kann munter wachsen. Schlechte Partnerschaften sind neben anderen Minze-Arten, Basilikum sowie Sellerie.

Tipp 2: Mentha pflegen

Die Minze gilt zwar als pflegeleicht, doch auch sie benötigt ein gewisses Maß an Pflege, damit sie buschig wächst. Für die Ausbildung einer üppigen Blattmasse ist sie auf regelmäßiges Wässern angewiesen. Besonders Minzen im Topf sowie junge Pflanzen reagieren empfindlich, wenn die Erde austrocknet. An heißen Sommertagen kann es vorkommen, dass das Kraut täglich gegossen werden muss. Staunässe gilt es allerdings zu vermeiden.

Tipp: Mit einer Mulchschicht halten Sie den Boden gleichmäßig feucht und verzögern die Verdunstung. Somit ist die Pflanze ausreichend mit Wasser versorgt und Sie müssen sie seltener gießen. Zum Mulchen eignet sich etwa Rasenschnitt.

Mentha gehört zu den Starkzehrern und benötigt einen nährstoffreichen Boden. Für eine optimale Versorgung ist eine Düngung im zeitigen Frühjahr sowie nach der Blüte notwendig. Verwenden Sie hierfür organische Dünger wie Kompost oder eine Beinwelljauche. Minzen im Topf düngen Sie einmal wöchentlich mit einem organischen Flüssigdünger.

Tipp 3: Minze ernten und lagern

Das aromatische Kraut kann vom Frühjahr bis zum Herbst beerntet werden. Allerdings ist das Aroma aufgrund des hohen Gehalts an ätherischen Ölen kurz vor der Ernte am intensivsten. Beim Ernten gilt: Schneiden Sie ganze Stängel ab, statt einzelne Blätter zu pflücken.

Geschnittene Blätter halten sich im Kühlschrank nur wenige Tage und sollten daher rasch verarbeitet werden. Möchten Sie Minze länger haltbar machen, können Sie geerntete Blätter einfrieren oder trocknen.

Minze Pflanze
Quelle: © garten-heimat.de

Minze lässt sich ähnlich wie Oregano trocknen. Beachten Sie: Je schonender Sie das Gewürzkraut trocknen, desto aromatischer bleibt es. Die einfachste Methode ist es, mehrere Stiele zusammenzubinden und diese kopfüber in einem dunklen Raum aufzuhängen. Nach etwa zwei bis drei Wochen können Sie die Blätter in luftdichte Behälter füllen und aufbewahren. Deutlich schneller geht es im Backofen oder Dörrautomat. Hier sind die Blätter bereits nach kurzer Zeit vollständig getrocknet.

Tipp 4: Mentha zurückschneiden

Der Ernteschnitt reicht nicht aus, um den schnell wachsenden Strauch unter Kontrolle zu halten. Er muss in regelmäßigen Abständen zurückgeschnitten werden, da er sonst zu verwildern droht.

Für den Rückschnitt der Minze stehen Ihnen zwei Zeitfenster zur Verfügung: im Sommer vor der Blüte oder im zeitigen Frühjahr.

Im Sommer (Juni bis Juli), wenn die Pflanze kurz vor der Blüte steht, erfolgt der Ernteschnitt. Zu diesem Zeitpunkt entfalten die Blätter ihr volles Aroma, da der Gehalt an Inhaltsstoffen am höchsten ist. Sie sind vollgepackt mit ätherischen Ölen, Gerbstoffen sowie Flavonoiden, die auch im getrockneten Zustand erhalten bleiben. Hierfür schneiden Sie mit einer scharfen Schere sämtliche Triebe bis zehn Zentimeter über dem Boden ab.

Auch das Fruchtholz kann altern und sollte entfernt werden, wenn es fault, verschrumpelt oder herunterhängt. Hierbei wird der alte Trieb auf einen jüngeren und kräftigeren Trieb zurückgeschnitten, der die Rolle des alten Triebes übernimmt.

Tipp: Lassen Sie einige blühende Minzen stehen. Zum einen dienen sie Insekten als Nahrungsquelle, zum anderen können Sie daraus Saatgut für die kommende Saison gewinnen.

Im Frühjahr (Mitte März) regen Sie mit einem bodennahen Rückschnitt den Neuaustrieb an. Schneiden Sie dafür alle Triebe auf wenige Zentimeter zurück.

Tipp 5: Minze überwintern

Anders als Rosmarin sind die meisten Minze-Arten im Beet winterhart und benötigen keinen Winterschutz. Pflanzen im Topf können ebenfalls im Freien überwintern, sollten allerdings in Jute, Noppenfolie oder Vlies gepackt werden. Dieser Schutz verhindert, dass der Topf mit den Wurzeln einfriert.

Empfindliche Sorten wie die Orangenminze können Sie in einer frostfreien Garage oder einem Schuppen überwintern. Jedoch sollte der Raum dunkel und kühl sein. Aber Achtung: Ist die Raumtemperatur über zehn Grad Celsius, empfängt die Pflanze falsche Signale und treibt aus. Bei fehlendem Sonnenlicht gerät die Minze schnell in Stress und geht ein.

Wichtiger Hinweis: Auch im Winter darf das Kraut nicht austrocknen und sollte an frostfreien Tagen mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Tipp 6: Vermehrung von Minze

Ohne eine Begrenzung breitet sich die Minze in kürzester Zeit invasionsartig im Garten aus. Je nach Sorte nimmt das Kraut mit ihren Kriechsprossen (Stolonen) schnell das Beet ein und macht anderen Pflanzen den Platz streitig. Mit einer Rhizomsperre können Sie den Wuchs eingrenzen und anschließend kontrolliert nach Bedarf vermehren.

Zum Vermehren des Krauts können Sie aus vier Möglichkeiten auswählen:

  1. Vermehrung durch Ableger: Diese Methode ist besonders für Topfkulturen geeignet. Sobald sich die ersten bewurzelten Ableger zeigen, können Sie diese mit einer Schere am Wurzelansatz abschneiden. Setzen Sie die Ableger in ein Töpfchen mit Gemüseerde und platzieren Sie es an einen warmen sowie hellen Standort.
  2. Vermehrung über Stecklinge: Schneiden Sie im Sommer einen zehn Zentimeter langen Trieb ab und entfernen die unteren Blätter. Stellen Sie diesen in ein Glas mit Wasser und warten Sie etwa zwei Wochen, bis ein Geflecht aus neuen Wurzeln wächst. Nun kann der bewurzelte Steckling in einen Topf mit Erde umziehen.
  3. Vermehrung durch Teilung: Das Teilen des Wurzelballens ist eine einfache Möglichkeit, Minzen zu vermehren. Allerdings müssen Sie dafür Geduld mitbringen, da die Pflanze erst nach zwei Jahren groß genug dafür ist. Bester Zeitpunkt ist im Spätsommer nach der Blütephase.
  4. Vermehrung durch Samen: Lassen Sie nach der Blüte die Blütenstände stehen, können Sie im Herbst Saatgut gewinnen und dieses in der nächsten Saison säen. Jedoch können nur wenige Arten durch Aussaat vermehrt werden. Dazu gehören die Krause Minze und Grüne Minze. Kreuzungen bilden keine Samen aus und werden über Ableger vermehrt.

Extra-Tipp: Die besten Arten und Sorten

Die Vielfältigkeit macht dieses Gewürzkraut so besonders. Denn Minze ist nicht gleich Minze: weltweit gibt es etwa 30 verschiedene Arten, die sich im Geschmack sowie Aussehen unterscheiden. Die Aromen reichen von herb über würzig bis fruchtig. Wir haben einige der beliebtesten Sorten für Sie zusammengefasst.

Orangenminze
Quelle: © garten-heimat.de

Ackerminze

Die Ackerminze ist eine heimische wilde Sorte, aus der mehrere Unterarten hervorgehen. Sie findet als Tee, in Obstsalaten oder Desserts Verwendung. Die beliebtesten Arten sind die Bananenminze, die ein feines fruchtiges Beiaroma entfaltet. Auch die bekannte Japanische Minze, aus der das weitverbreitete Öl destilliert wird, gehört dazu.

Grüne Minze

Sie ist auch unter den Namen Krause Minze oder Speer-Minze bekannt. Ihr Aroma verleiht Kaugummis, Zahnpasta und Süßigkeiten ihren frischen Geschmack.

Korsische Minze

Diese Minze ist im Gegenzug zu ihren Schwestern eine flach-wachsende Gartenminze, die sich wie ein Teppich ausbreitet. Sie verströmt einen intensiven Duft und verleiht Desserts eine besondere Note. Da sie nicht winterhart ist, sollte sie in einem Topf kultiviert werden.

Marokkanische Minze

Ob als Tee oder im Cocktail, diese Minze lässt sich vielfältig verwenden. Sie ist wegen des kühlenden und erfrischenden Geschmacks eine beliebte Sorte. Getrocknete Blätter behalten ihr intensives Aroma und sind aufgebrüht als Tee ein wahrer Genuss. Für Cocktails oder erfrischende Limonaden können die Blätter portionsweise in Eiswürfelbehältern eingefroren werden.

Pfefferminze

Die allseits bekannte Pfefferminze ist eine natürliche Kreuzung der Wasserminze und Grünen Minze. Ihren Namen erhielt sie aufgrund des pfeffrigen Geschmacks, der durch den hohen Gehalt an Menthol entsteht. Aus ihr gehen verschiedene Sorten hervor, die eine herbe Würze aufweisen. Neuere Kreuzungen enthalten weniger Menthol, stattdessen steht ein feiner Zitrusduft im Vordergrund. Eine Vertreterin dieser Sorte ist die Orangenminze. Sie verströmt einen zarten Duft, der an Orangen anmutet. Die rötlichen Blätter schmecken im Tee, in Limonaden oder Cocktail.

Poleiminze

Auf den ersten Blick ähnelt die Poleiminze der Pfefferminze. Doch diese heimische Sorte ist nicht zum Verzerr geeignet. Sie enthält den giftigen Inhaltsstoff Pulegon, der in höheren Mengen Blutdrucksteigerung, Erbrechen und (Atem-)Lähmungen auslösen kann. Allerdings wussten unsere Vorfahren diese Wirkung als natürliches Insektizid, etwa gegen Erdflöhe, zu nutzen. Heute steht die Poleiminze auf der Liste der gefährdeten Pflanzenarten und darf deswegen nicht gepflückt werden. Im Blumenbeet verströmt einen herrlichen Duft und dient gleichzeitig als Nahrungsquelle für Insekten.

Häufig gestellte Fragen

Minze blüht – ist sie noch essbar?

Viele Pflanzen und Kräuter, etwa die Petersilie, werden nach der Blüte ungenießbar und dürfen nicht mehr verzerrt werden. Die Minze gehört nicht dazu: Sowohl Blätter als auch Blüten sind essbar. Da die Pflanze ihre gesamte Energie in die Ausbildung der Blüten steckt, verlieren die Blätter an Aroma. Sie enthalten kaum noch ätherische Öle und entwickeln einen herben Geschmack. Deshalb empfiehlt es sich, die Blätter vor der Blühphase zu ernten.

Warum hat meine Minze weiße Flecken?

Entdecken Sie weiße Flecken an Ihren Minze-Blättern, kann das ein Hinweis auf einen Zikaden-Befall sein. Dabei handelt es sich um etwa zwei Millimeter kleine Insekten, die Blätter des Krauts als Nahrungsquelle anzapfen – dadurch entstehen die weißen Flecken. Besonders junge Minzblätter sind betroffen. Zwar schwächen die Insekten die Pflanze, fügen ihr aber keine bleibenden Schäden zu. Mit einem Rückschnitt können Sie dem Befall entgegenwirken.

Minze hat braune Flecken – was tun?

Zwar ist das Kraut aufgrund der enthaltenen ätherischen Öle gegenüber den meisten Fressfeinden gefeit, doch ungünstige Bedingungen machen auch ihr zu schaffen. Ihr ärgster Widersacher ist der Rostpilz Puccinia menthae, der besonders bei feuchtwarmer Witterung auftritt. Der sogenannte Pfefferminzrost zeigt sich mit rot-braunen Flecken an den Blättern. Beim ersten Auftreten sollten Sie befallene Pflanzenteile abschneiden.

Wichtig: Entsorgen Sie Schnittgut über den Hausmüll, um eine Verbreitung zu verhindern.

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